Zierschildkröte

Zierschildkröten (Chrymsemys) Kommen aus Mitteleuropa und gehören zu den Halsberger-Schildkröten. Zudem sind sie ein Familienmitglied der Neuwelt-Sumpfschildkröten. Die Zierschildkröte verbreitete sich in verschiedene Richtungen und nahm damit einige Regionen ein, daher auch der entsprechende Name der Unterart nach Himmelsrichtung. Die Tiere gelten als Einzelgänger.

Beschreibung

Bis zu 25 Zentimeter Körpergröße schafft die Zierschildkröte, was auf die Unterart entsprechend ankommt. Die Weibchen werden im Allgemeinen größer, als die Männchen. Die kleinste ihrer Art ist die Südliche Zierschildkröte. Die Größte hingegen ist die Westliche Zierschildkröte, die aufgrund ihres geographischen Ursprungs auch „Indianer-Zierschildkröte“ genannt wird.

Die eigentliche Zierde an sich stellt ihre bunte Färbung dar. Während der Panzer selbst eher flach und unauffällig dunkel ist, sind die Extremitäten und der Kopf mit gelben und orangefarbenen Streifen verziert.

Hier gibt es noch einen deutlichen Unterschied beim Bauchpanzer: Zwei Arten haben keine Zeichnung – die Naht zwischen zweitem und drittem Wirbelschild ist bei der Östlichen Zierschildkröte über dem zweiten und dritten Rippenschild verlaufend. Außerdem kann die Dorsallinie, also die Panzerlinie von vorne bis hinten, orangefarben bis rot sein. Mit Bauchpanzerzeichnung kann es sein, dass die Plastronzeichnung nur entlang der Mittelnaht verläuft, aber auch entlang der Mittel- und Quernähte.

Unterarten

Bisher sind 4 Unterarten bekannt:

  •  Die Westliche Zierschildkröte
  •  Die Südliche Zierschildkröte
  •  Die Mittelländische Zierschildkröte
  •  Die Östliche Zierschildkröte

Haltung

Die Zierschildkröte mag langsam fließende und stark bewachsene, flache Gewässer, die einen schlammigen Grund aufweisen. Sie streiten sich zu gern um einen Sonnenplatz auf Holzstückchen auf der Wasseroberfläche. Sogar im Abwasser kommen die Tiere vor. Das sind im Grunde auch die einzige Gründe für die Zierschildkröte, das Wasser zu verlassen: Zur Eiablage und zum Sonnen.

Hältst Du eine Zierschildi im Aquarium, musst Du dem Tier mindestens 200 Liter Wasser zur Verfügung stellen. Sonnenplätze und Vegetation an Land müssen ausreichend vorhanden sein. Die Wassertiefe muss Minimum die Panzerbreite selbst betragen.

Trotz permanentem Filtern muss das Wasser regelmäßig gewechselt werden. Die Wassertemperatur sollte in Juni bis August bei etwa 27 Grad Celsius liegen, um dann Monat für Monat um ein paar Grad reduziert zu werden. Im Winter solltest Du bei 4 bis 8 Grad angekommen sein.

Die Sonnenplätze müssen 40 Grad aufweisen. UV-B-Licht muss der Schildi etwa 20 Minuten täglich zu Gute kommen. Einen Meter Abstand sollte die Lampe zur Kröte haben.

Ein frei schwimmendes Stück Holz oder Kork kann den Landteil ergänzen, aber auch eine Zierkorkröhre kannst Du quer durch das Terrarium, über den Wasserteil, verlegen. Der Platz an der Sonne muss trocken sein für die Tiere. Der Boden sollte hier ein Gemisch aus Erde und Sand sein.

Ab einer Panzerlänge von mindestens 10 Zentimetern kannst Du auch eine Teichhaltung anstreben. Von Mai bis Oktober dürfen die Tiere dann raus. Das Wasser muss dann jedoch 20 Grad Celsius aufweisen und die Luft muss schon wärmer sein, als das Wasser.

Ernährung

Bei der Zierschildkröte sollte besonders darauf geachtet werden, dass Tiefkühlfisch nicht zu oft gefüttert wird. Die Tiere haben Probleme mit der Bildung von Vitamin B1, was bei massiven Fällen zu gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen führen kann. Von Appetitmangel bis hin zu Krämpfen und neurologisch schwerwiegenden Störungen kann dies führen. Das ist zurück zu führen auf Fisch, der Thiaminase enthält. Das ist meist der Fall bei Fisch, der das Haltbarkeitsdatum überschritten hat. Auch befindet sich dies in den anderen Leckerbissen, den die Zierschildkröte so gern verspeist: Stint, Muscheln, Miesmuscheln, Hering, Karpfen und Goldfisch.

Unbedenklich in Bezug auf Thiaminase sind Tintenfisch, Lachs und Forelle, sowie Schellfisch.

Fortpflanzung

Da die Zierschildi im Allgemeinen ein Einzelgänger ist, treffen die Tiere nur zur Paarung und beim Sonnenbad zusammen. Der altbekannte Balztanz ist ähnlich dem, anderer Wasserschildkröten: Die Vorderkrallen des Männchens werden in Richtung Kopf der Dame der Begierde gestreckt und dann wird damit kräftig gezittert, um die Partnerin durch die Vibration der Wasseroberfläche zu stimulieren.

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