Scharnierschildkröte

Die Scharnierschildkröte (Cuora) ist Familienmitglied der Altwelt-Sumpfschildkröten und reiht sich in die Unterordnung der Halsberger-Schildkröten ein. Ihren Namen bekam sie aufgrund einer ganz besonderen Fähigkeit: Die Scharnierschildkröte kann ihren Bauchpanzer komplett umklappen, sodass sie hermetisch abgeriegelt ist. Aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft braucht es die Scharnierschildkröte mollig warm und ist ausgesprochen temperaturempfindlich. Daher wird sie hier in unseren Gefilden selten gehalten, denn Teichhaltung kommt beinahe nicht in Frage. Das sehr scheue Tier macht zudem Revieransprüche geltend.

Beschreibung

Bis zu 30 Zentimeter Panzerlänge schafft die Scharnierschildkröte und damit gehört sie definitiv nicht zu den Platzsparern oder kleinbleibenden Sumpfschildkröten. Hierbei kommt es natürlich auf die genaue Art an. Im Schnitt schaffen es die Weibchen auf 20 Zentimeter Panzerlänge und die Herren der Schöpfung auf etwa 15 Zentimeter.

Die Scharnierschildkröte kann ihren Bauchpanzer sowohl nach vorne, als auch nach hinten klappen, um somit ihren Panzer hermetisch abzuschließen. Das vermag keine andere Schildkrötenart dieser Welt.

Zwischen 30 und 40 Lebensjahre schafft eine Scharnierschildkröte.

Die Unterarten

Insgesamt sind bisher 9 Arten der Scharnierschildkröte bekannt: Die Ambiona-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis)

  •  Die Goldkopf-Scharnierschildkröte (Cuora pani aurocapitata)
  •  Die Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora flavomarginata)
  •  McCord´s Scharnierschildkröte (Cuora mccordi)
  •  Die hinterindische Scharnierschildkröte (Cuora galbinifrons)
  •  Die Chinesische Dreistreifen-Scharnierschildkröte (Cuora trifasciata)
  •  Die Yunnan-Scharnierschildkröte (Cuora yunnanensis)
  •  Zhou´s Scharnierschildkröte (Cuora zhoui)

Der Lebensraum

Aus Asien stammt die Cuora. Um genau zu sein ist sie ursprünglich verbreitet über Malaysia und Indonesien und auf Amboina kam sie vor. Daher mag die Scharnierschildkröte es ganz heiß und es bedarf viel Wasser, um ihrer Art gerecht zu werden. Allerdings schwimmt sie lieber in flachem Wasser.

Verhaltensweisen

Die Scharnierschildkröte hat Schwimmhäute. Daher gilt sie als ausgesprochen guter Schwimmer, ist jedoch sehr zurückhaltend. Es sei denn, es wird ihr zu eng. Denn Platzmangel kann sie gar nicht vertragen und ihr Revier teilt sie nicht mit einem anderen adulten Männchen. Es gilt also: Eine Scharnierschildkröte ist generell ein absoluter Einzelgänger.

Fortpflanzung

Das Männchen wirbt mit schlängelndem Hals um das Weibchen. Und das so lange, bis er sein Ziel erreicht hat. Mehrere Männchen in einem Revier gehen daher gar nicht.

Zwischen dem 5. Und 6. Lebensjahr etwa sind die Weibchen geschlechtsreif. Die Männchen hingegen erst mit 8 bis 9 Jahren. Bis zu 3 Eier werden dann an Land gelegt. Je nach Inkubationstemperatur bedarf es zwischen 75 und 100 Tagen bis zum Schlupf der Jungtiere. Mehr als 15 Gramm bringen die Kleinen noch nicht auf die Waage. Sie halten sich vorrangig im Wasser und Moor auf, was in ihrem Ursprungsland ein Leichtes ist, denn hier wird Verstecken in Reisfeldern gespielt.

Ernährung

Cuora frisst gern Banane und Süßwasserfisch. Aber auch Insekten und Weichtiere.

Gefährdung der Art

Die Scharnierschildkröte wirst Du in Deutschland selten antreffen. Das liegt vorrangig an ihren extremen Ansprüchen an ihr Umfeld. Leider ist die Scharnierschildkröte gerade für Erkältungen und Lungenentzündung sehr anfällig.

Haltung

Gruppenhaltung ist generell möglich, die Männchen müssen allerdings aufgrund ihrer extremen Revieransprüche separat gehalten werden, damit es nicht zu schweren Rivalitäten kommt.

Die Scharnierschildkröte braucht es sehr warm und ausreichend Platz. Unter 300 Liter brauchst Du damit an die Haltung eines solch empfindlichen Tieres gar nicht zu denken. Mindestens einen Quadratmeter Landteil möchte die Schildi haben, zudem sollte viel flache Schwimmstrecke zur Verfügung stehen.

Das Wasser sollte dennoch eher flach sein. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du soviel Wasser einlässt, wie der Panzer doppelt misst. Im Sommer müssen gute 32 Grad Celsius herrschen, besser noch sogar 34. Im Winter darf es nicht kälter als 28 Grad werden.

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