Rotwangen-Schmuckschildkröte

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (auch Rotwangenschildkröte) gehört zu den beliebtesten Wasserschildkröten in Gefangenschaft. Sie wird bis zu 25 Zentimeter groß, was viele Halter nach einigen Jahren bereits überrascht. Denn ähnlich wie bei vielen Landschildkröten, ist die Rotwangenschmuckschildkröte eine, die gern als kleine Wasserschildkröte verkauft wird.Auch die Rotwange gehört zu den in Süßwasser beheimateten Halsberger-Schildkröten. Diese Schmuckschildi findet ihren Ursprung in Nordamerika. Die Neuwelt-Sumpfschildkröte heißt fachlich korrekt: Trachemys scripta elegans. Ihren Namen bekam sie aufgrund einer charakteristischen Färbung am seitlichen Kopfbereich. Bei den Weibchen dieser Gattung geht es bei der Geschlechtsreife übrigens nicht darum, ein bestimmtes Alter erreicht zu haben, sondern eine gewisse Größe!

Beschreibung

Die Weibchen kommen auf eine Größe von bis zu 30 Zentimetern, wohingegen sich die Männchen mit 25 Zentimetern zufrieden geben. Der Panzer ist verhältnismäßig flach und beinahe farbenfroh: Die Grundfarbe des Panzers ist dunkles Grün, das meist mit gelblichen bis organefarbenen Mustern in Form von Flecken und zarten Linien durchzogen wird.

Der Bauchpanzer ist schwarz und wird geziert von großen schwarzen Flecken. Die Schläfendecken der Schildkröte verliehen ihr ihren außergewöhnlichen Namen, denn sie sind orange oder rot. Der Bauchpanzer der Weibchen ist flach und der der Männchen nach innen gewölbt.

Zudem ist der Schwanz der Männchen dicker und auch etwas länger. Ab dem zweiten Lebensjahr kannst Du das Alter auch durch die Länge der Vorderkrallen unterscheiden, denn nun haben die Männchen eindeutig längere Krallen als die Damen. Maximal anderthalb Kilogramm Körpergewicht bringt ein adultes Weibchen auf die Waage.

Der Lebensraum

Die aus dem Osten der USA stammende Rotwange hat sich ausgebreitet bis zum Golf vom Mexico und in den Norden Mexicos hinein. Daher mag die Schmuckschildkröte am liebsten Teiche oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund und Versteckmöglichkeiten am Uferbereich. Prinzipiell ist die Rotwangenschildkröte eine Sumpfschildkröte, aber im Sommer mag sie es sehr gern, sich stundenlang an Land zu sonnen.

Verhaltensweisen

Die Rotwange ist gern ungestört und mag ruhige Gewässer. Sie mag Verstecke, Pflanzen und schlammigen Boden. Zwischen 30 und 40 Lebensjahre schafft die Rotwange.

Beim Sonnenbad beispielsweise kommen oft viele der Tiere zusammen und genießen die Wärme auf engstem Raum. Dennoch sind darüber hinaus diese Schildkröten Einzelgänger.

Ernährung

Die Rotwange bevorzugt Mückenlarven, Regenwürmer und kleine ganze Fische, sowie vielerlei Insekten und Wasserflöhe.

Je älter die Schmuckschildkröte wird, desto mehr tendiert sie zur pflanzlichen Nahrung. Dennoch kannst Du mehrfach wöchentlich ähnliches Futter verabreichen, wie den Jungtieren. Rinderherz ist übrigens – entgegen des allgemeinen Irrglaubens – nicht für die Schildkröte geeignet!

Fortpflanzung

Hat das Weibchen 18 Zentimeter Körperlänge erreicht beginnt es damit, Eier zu legen. Die Brunft des Männchens erfolgt mit Vibration durch seine langen Krallen. Dazu muss es allerdings richtig schön war sein, sodass bis auf das Frühjahr gewartet wird. Mit seinen Krallen hält sich dann das Männchen auch während der Paarung am Rückenpanzer des Weibchens fest.

Die Gelege entstehen dann im Frühsommer. Bis zu 22 Eier kann das Weibchen legen.

Gefährdung

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist aufgeführt in der Artenschutzverordnung. Der Import jedoch zu Handelszwecken ist inzwischen gesetzlich eingeschränkt worden, da die Rotwange ein der populärsten Schildkröten in Deutschland ist und daher bereits in Massen im Tierhandel erhältlich war. Diese „Importware“ hat lange Reisen hinter sich auf engstem Raum mit ihren Artgenossen und kommt daher häufig bereits sehr geschwächt zu uns nach Deutschland.

Zucht

Seit Okotober 2008 ist die Haltung einer Rotwangen-Schmuckschildkröte in der Schweiz untersagt, ebenso der Import nach Deutschland.

Haltung

Die Rotwange kann in der Außenhaltung leben. Hier solltest DU auf eine ausbruchssichere Umzäunung denken. Im Herbst dann, wenn es in Richtung Winterstarre geht, solltest Du die Tiere einfangen und kontrollieren und dann in die Winterstarre schicken. Das Wasser Deines Teiches darf bis zu einem halben Meter tief sein. Über Rinden und Wurzeln sollte für die Tiere das Land leicht erreichbar sein. Die Lampen müssen bis zu 40 Grad Celsius am Sonnenplatz schaffen und die Wassertemperatur sollte zwischen 20 und 26 Grad Celsius liegen. Am Landteil muss auch ein Eiablageplatz vorhanden sein.

Auch, wenn Du das Wasser permanent filterst, musst Du es regelmäßig komplett wechseln.

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