Moschusschildkröte

Die Moschusschildkröte reiht sich als Familienmitglied der Schlammschildkröten als Halsberger-Schildkröte ein. Ihr Fachname lautet Sternotherus odoratus. 3 der 5 bekannten Moschusschildkrötenarten werden im Aquarium gehalten und vermehren sich dort auch. Ihren Namen bekam sie, weil sie, wenn sie sich bedroht fühlt, ein charakteristisch riechendes Sekret absondert. Dieses Verhalten wird im Laufe der Zeit allerdings immer weniger und irgendwann ganz eingestellt. Der penetrante Geruch kommt übrigens aus dann bei Gefahr spontan entleerten Kloakedrüsen.

Beschreibung

Bis zu 14 Zentimeter kann die gewöhnliche Moschusschildkröte werden. Die gekielte oder Dachmoschusschildkröte wird bis zu 18 Zentimeter lang. Der Carapax der erwachsenen Tiere ist dunkelgrau bis schwarz, zudem gewölbt sowie schmal und dadurch länglich. Die Bauchschale hingegen kann variieren zwischen hellem Beige bis hin zu schwarz. Eine Besonderheit sind die Nähte hier: Sie sind, bestehend aus Bindegewebe, besonders auffällig.

Das Tier an sich, also das Haupt wie die Extremitäten und Weichteile, sind ebenfalls grau bis schwarz, im Alter verändert sich diese Färbung durchaus noch.

Der Kopf fällt besonders auf: Gelbe Streifen zieren ihn von der Nasenspitze bis hin zum Hals. Je älter das Tier, desto blasser die Streifen. Und an der Unterseite findest Du Barteln.

Die Unterarten

Insgesamt gibt es 5 Moschusschildkrötenarten:

  •  Die Dach-Moschusschildkröte (Sternotherus carinatus)
  •  Die Flache Moschusschildkröte (Sternotherus depressus)
  •  Die südliche Zwerg- oder Kleine Moschusschildkröte (Sternotherus minor minor)
  •  Die gewöhnliche Moschusschildkröte (Sternotherus odotarus)
  •  Die Nördliche Zwerg- oder Kleine Moschusschildkröte (Sternotherus minor petifer)

Der Lebensraum

Ursprünglich aus Nordamerika stammend mag es die Moschusschildkröte warm und feucht. Erwachsene Tiere sollte am besten einzeln gehalten werden außerhalb der Paarungszeit. Die Tiere sind Einzelgänger in der Natur und können sich, ganz gleich wie groß Dein Aquarium auch zu sein vermag, schlicht nicht aus dem Weg gehen. Permanente Begegnungen stressen die Tiere auf Dauer.

Generell leben Moschusschildkröten im Süßwasser. Der Boden ist hier sandig, das Gewässer selbst sollte aber langsam fließend sein.

Ernährung

Auf irgendwelche fertige Wasserschildkrötennahrung solltest Du bitte verzichten. Die Moschusschildkröte mag beispielsweise Regenwürmer, Larven, Ameisenpuppen, Fischstückchen, Mückenlarven, Bachflohkrebse, Heuschrecken und Mehlwürmer. Auch Schildkrötenpudding – aber bitte selbstgemacht – kannst Du verfüttern.

Außerdem mögen die Tiere Nackt- und Schlammschnecken und Stinte. Eine Sepiaschale muss, wie für alle anderen Schildkröten auch, stets zur Verfügung stehen. Selbstverständlich sollte auch das vegetarische Angebot gewährleistet sein, also kümmere Dich bitte um Wasserpflanzen wie beispielsweise Froschbiss. Zudem gilt: Je wärmer das Tier, desto größer der Appetit.

Verhaltensweisen

Über die Moschusschildkröte wird gesagt, sie sei ein ausgesprochen schlechter Schwimmer, sodass empfohlen wird, die Tiere nur in flachem Wasser zu halten. Tatsache ist jedoch, dass Moschusschildkröten durchaus auch im freien Wasser schwimmen können – 15 bis 30 Zentimeter Wasserspiegel, je nach Alter, kannst Du ihnen also durchaus zutrauen. Denn mal ehrlich: Würdest Du als guter Schwimmer gelten, wenn Du nur ein Pfützchen zur Verfügung hättest? 🙂

Allerdings ist es wahr, dass die Tiere gerne am Boden befindlich sind und sich auch mit Vorliebe an Wurzelwerk usw. entlanghangeln.

Wenn sich die Moschusschildkröte bedroht fühlt, wirst Du ihr das anmerken. Hierfür bekam sie nämlich auch ihren Namen: Wenn sie sich durch Bisse nicht wehren kann, sondert sie ein ausgesprochen penetrant riechendes Sekret ab.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Moschusschildkröte liegt im Frühjahr und Herbst, also zwischen April bis Mai und September bis Oktober. In dieser Phase solltest Du also, wenn Nachwuchs erwünscht ist, die adulten Tiere einige Tage im selben Aquarium unterbringen.

Pro Gelege gibt es bis zu 5 Eiern und je Saison können 2 bis 4 Gelege abgesetzt werden. Die normale Inkubationszeit musst Du mit 65 bis 68 Tagen einplanen. Sind die Umstände weniger zuträglich, kann es bis über 100 Tage andauern.

Zucht

Im Frühjahr und Herbst, nämlich zur Paarungszeit, sollten die adulten Tiere für einige Tage zusammengesetzt werden. Die Moschusschildkröte ist verhältnismäßig zeitig geschlechtsreif, denn Paarungsverhalten wurde bereits bei Tieren im Alter von 2 Jahren beobachtet. Die Gelege sind dann jedoch danach noch einige Jahre meist unbefruchtet. Doch es kommt vor, dass Weibchen bereits mit 3 Jahren Nachkommen erzeugten. Im ersten und letzten Drittel der Brutzeit werden die Eier mit 26 Grad Celsius bebrütet und in Mittleren mit etwa 29 bis 31 Grad Celsius.

Als Brutsubstrat wurde mit Vermiculite gute Ergebniss erbracht, dieses sollte allerdings auch angefeuchtet werden. Um die 70 Tage dauerte es bis zum Schlupf.

Haltung

Adulte Tiere brauchen im Aquarium als Sommertemperatur 25 Grad Celsius, im Winter hingegen werden sie zur Starrezeit 5 bis maximal 10 Grad Celsius. Etwa 2 bis 3 Monate wird die Winterstarre gehalten, die deutlich jüngeren Tiere etwas kürzer. Adulte Tiere sollten einzeln im Aquarium gehalten werden. Das Volumen sollte mindestens 110 Liter beinhalten.

Der Landteil kann aus Kork bestehen, den Weibchen sollte ein Eiablageplatz stets zur Verfügung stehen. Mattenfilter sind insofern besonders von Vorteil, als dass die Tiere sich daran hochziehen können, um an die Wasseroberfläche zu gelangen. Ein Spotstrahler sollte jedem Tier zur Verfügung stehen und generell sollte es darüber hinaus noch eine Leuchtstoffröhre geben. Erfahrungsgemäß nutzen eher die Weibchen die Wärme des Spots. Insgesamt halten sich die Tiere eher in Richtung Wasseroberfläche, denn hier ist das Wasser durch die Lichtquellen wärmer, sodass die meisten Tiere sich direkt hier aufwärmen.

Versteckmöglichkeiten sollten unbedingt vorhanden sein und Möglichkeiten zum Klettern sollten auch gegeben sein: Wurzeln erleichtern es den Tieren, an die Wasseroberfläche zu geraten.