Klappschildkröte

Die Klappschildkröte (Kinosternon) ist eine aus Amerika stammende Schlammschildkröte. Sie ist die direkte Verwandte der Moschusschildkröte. Sie unterteilt sich in fast 20 Unterarten und ist wirklich eine Besonderheit, denn ihren Namen trägt sie völlig zu Recht! Erwachsene Tiere sind dunkelgrün bis schwarz einfarbig und generell solltest Du Dich, im Rahmen der Anschaffung eines solchen Tieres, um ein Aquarium von mindestens 100 mal 50 mal 50 Zentimetern kümmern, sowie einen Tisch oder Schrank oder Ähnliches, was 200 bis 1000 Kilogramm Last tragen kann.

Beschreibung

Die Klappschildkröte benötigt keine Winterstarre, was sie – gerade für Anfänger – sehr attraktiv macht. Im Verhältnis ist diese Schildkröte eher ein kleinerer Typ. Zwischen 12 und 17 Zentimeter Panzerlänge erreicht sie. Die Jungtiere haben bunte Zeichnungen und die Betagteren sind einfarbig, was von olivgrün bis schwarz reichen kann.

Unterarten

Insgesamt 18 Unterarten gibt es. Die wohl Bekannteren sind: Die Weißmaul-Klappschildkröte (Kinosternon leucostomum), die Dreistreifen-Klappschildkröte (Kinosternon baurii), die Rotwangen-Klappschildkröte (Kinosternon cruentatum) und die Pennsylvania-Klappschildkröte (Kinosternon subrubrum). Die insgesamt 18 verschiedenen Unterarten der Klappschildkröten variieren in ihrem Ursprung, sodass auch die Temperaturansprüche unterschiedlich sind.

Die Weißmaul-Klappschildkröte

Mehr als 17 Zentimeter Panzerlänge erreicht diese Art nicht und da sie aus Mittel- und Südamerika kommt, mag sie es am liebsten tropisch und hält keine Winterstarre.

Die Dreistreifen-Klappschildkröte

Bis zu 12 ein halb Zentimeter wird der Panzer der Dreistreifen-Klappschildkröte lang. Die aus den USA stammende Wasserschildkröte braucht im Winter eine Wassertemperatur von 15 Grad Celsius. Ihrer Namen trägt sie völlig zu Recht, denn sie ist tatsächlich mit drei gelben Streifen auf ihrem Rückenpanzer verziert.

Die Rotwangen-Klappschildkröte

Auch die Rotwangen-Klappschildkröte gilt als kleinbleibende Wasserschildkröte, mit einer maximalen Panzerlänge von etwa 15 Zentimetern. Die aus Zentralafrika stammende Schildi benötigt keine Winterstarre.

Pennsylvania-Klappschildkröte

Die Pennsylvania-Klappschildkröte unterteilt sich in so einige Populationen in einem großen Gebiet der USA. Die meisten machen Winterschlaf. Der Panzer wird höchstens 13 Zentimeter lang.

Verhaltensweisen

Verrückt: Die Klappschildkröte hat ihren Namen nicht ohne Grund. In der Tat hat sie am Bauchpanzer eine Art Scharnier, besser gesagt, sogar zwei. Damit kann sie ihren Panzer komplett zuklappen. So schnell kommt an diese gelbliche Lady kein Feind heran.

Ernährung

Empfohlen wird die Fütterung mit kleinen Fischen, gern auch tote Fische, Amphibien, Wasserschnecken, Wasserinsekten, Muscheln, Asseln, Krebstiere, Laich, Larven, Früchten und Würmern, sowie Samen. Generell sind Klappschildkröten Allesfresser, aber sie haben eher den Hang zu fleischlicher Kost. Schnecken, Krebse und Co. werden übrigens samt Schale und Knochen gefressen, das wiederrum ist gut für das Kalzium dass das Tier braucht, um seinen Panzer aufzubauen. Wenn die fleischliche Versorgung für die Tiere zu knapp wird, nehmen sie auch mal Algen, theoretisch könnten sie sich zu mehr als 90% von pflanzlicher Nahrung ernähren. Sie nehmen übrigens, wenn Du mal kein Lebensfutter bekommst, auch Frostfutter.

Fortpflanzung

Im Schnitt wird eine Klappschildkröte zwischen 40 und 100 Jahre alt. Die Männchen wollen sich grundsätzlich gern das ganze Jahr über paaren, was das Weibchen sehr stressen kann und bis zur Futterverweigerung führt. Das Männchen wiederrum macht diese Verweigerung aggressiv, sodass oft empfohlen wird, die Tiere getrennt zu halten. Du hast also die Wahl, ob Du in diesem Fall die Tiere trennst oder drei Weibchen zu einem Männchen hältst, damit alle Tiere ausgeglichen sind, aber dann kann das eine hohe Eiablage zur Folge haben. Du kannst, theoretisch, ertasten (um die Hinterbeinchen herum), ob ein Ei im Anmarsch ist. Ich würde das allerdings besser lassen, denn einerseits stresst das das Muttertier erheblich und darüber hinaus kann ein noch nicht völlig umkalktes Ei dabei kaputtgehen. Das Balzverhalten wirst Du kaum beobachten können, doch es ist ähnlich wie bei allen Wasser- und Schlammschildkröten, geht mit vom Männchen erzeugter Wasseroberflächenvibration einher. Danach wirst Du allerdings bemerken, dass das Weibchen öfter an Land ist, probegräbt, Temperaturen erfühlt und sich weniger im Wasser aufhält. Zwischen dem 3. Und 6. Lebensjahr sind die Tiere geschlechtsreif. Der Sand für die Eiablage sollte feucht sein und die Sandtiefe sollte mindestens die Panzerlänge des Weibchens erreichen. Sie wird beginnen, im Sand zu scharren, was ein Zeichen dafür ist, dass ein befruchtetes Ei im Anmarsch ist. Bei Legenot kann das zum Versterben des Weibchens führen. Auch muss ein Rückzugsort gegeben sein, wo sie sich vom dann recht aggressiven Männchen erholen kann.

Gefährdung der Art

Die Klappschildkröte steht unter Artenschutz und unterliegt den deutschen Mindestanforderungen von 1997. Diese Regelungen besagen, dass die Schildkröte ausreichend Platz in ihrem Lebensraum findet. Das bedeutet in Zahlen: 5 Mal so lang und zweieinhalb Mal so breit wie der Panzer des Tieres soll mindestens das Aquarium sein. Ab dem 3. Tier müssen 10% der Fläche hinzugerechnet werden und ab dem 5. Tier 20%. Der Sonnenplatz soll mit 30 Grad Celsius bestrahlt werden und eine Winterruhe ist empfohlen. Diese Mindestmaße des Lebensraumes ergeben also, bei beispielsweise der Haltung zweier Tiere bis 10 Zentimeter ein Fassungsvermögen des Aquariums von 300 Litern, bei einer Größe von bis zu 15 Zentimeter 500 Liter, bis 20 Zentimeter 750 Liter und bei dem großen Artgenossen ab 20 Zentimetern mindestens 1000 Liter.

Zucht

Das Problem beim Kauf in der Zoohandlung ist die, dass diese großen Handlungen oft die Tiere aus Massenzuchten beziehen, die eine schier endlose Reise hinter sich haben, bei der sie künstlich in die Winterstarre versetzt werden. Dadurch kommen sie bereits geschwächt zu uns nach Deutschland und hinzukommt, dass durch diese Massentransporte diese Tiere auf engem Raum regelrecht aufeinander hocken und sich dabei untereinander mit Krankheiten anstecken. Das hat schlussendlich zur Folge, dass die Tiere oft geschwächt und manchmal sogar erkrankt in die Zoohandlung kommen. Erkundige Dich also am besten, ob die Zoohandlung, in der Du Deine Wunschschildkröte entdeckt hast, vielleicht mit heimischen privaten Züchtern arbeitet. Leider ist das offenbar zumeist allerdings nicht der Fall.

Haltung

Klar unterschieden wird in das Zimmer- und das Freilandaquarium. Ich gehe hier mal näher auf das Zimmeraquarium ein, da das bei euch die gängigste Haltungsmethode zu sein scheint: Der Bodengrund sollte aus Sand und Kies bestehen, das Tier muss Versteckmöglichkeiten zur Verfügung haben in Form von Wurzeln und Pflanzen. Der Sonnenplatz muss mit einem Wärmestrahler ausgestattet sein und auch an Land müssen Verstecke vorhanden sein. Der Boden im Landteil sollte ein Gemisch aus Erde und Sand sein. In der 8 bis 12 wöchigen Winterruhe sollte die Temperatur bei 10 bis 14 Grad Celsius gehalten werden und im Sommer bei 22 bis 30 Grad, unter dem Wärmestrahler allerdings bei 34 bis 40 Grad Celsius. Die Beleuchtungsdauer variiert je nach Jahreszeit zwischen mindestens 8 bis 12 Stunden täglich und die Tiere sollen täglich UV-bestrahlt sein.