Dickhalsschildkröte

Die Dickhalsschildkröte gehört zu den 80% der Schildkrötenarten, die durch den Klimawandel maßgeblich beeinträchtigt sind, was das Verbreitungsgebiet der kleinen Panzer betrifft. Auch der Nachwuchs hat es von Anfang an schwer, da die Bestimmung des Geschlechts ja abhängig ist von der Inkubationstemperatur der Eier. Bleibt zu hoffen, dass die Tiere sich an die regional sehr unterschiedlichen neuen Bedingungen anpassen können. Sicherlich sind wechselwarme Tiere generell recht anfällig für klimatische Veränderungen, aber durch die Geschlechtsfixierung beim Reifevorgang kann es zu schwerwiegenden Konsequenzen kommen. Im schlimmsten Fall könnte es zu dramatischen Populationseinschränkungen kommen, wenn durch regional bedingte negative Klimaveränderungen aus den Eiern gar keine Nachkommen mehr entstehen. Die somit nahezu am Rand des Aussterbens befindliche Dickwangenschildkröte bedarf daher besonderer Aufmerksamkeit und Pflege.

Beschreibung – Die äußeren Merkmale

Siebenrockiella crassicollis ist leicht erkennbar, anhand ihrer schwarzen Färbung. Die aus Asien stammende Wasserschildkröte misst ausgewachsen bis zu 20 Zentimeter Panzerlänge. Bei der Dickhalsschildkröte sind Carapax, die Weichteile und auch zumeist das Plastron schwarz, wobei die betagteren Tiere hier oft eine Gelbfärbung aufweisen. Generell würde ich die Dickhalsschildi als durchaus hübsch bezeichnen. Darüber hinaus ist es auch hier mal wieder faszinierend zu erkennen, dass die Natur ziemlich schlaue Sachen macht. Eine schwarze, verhältnismäßig flache Schildkröte wird im Schlamm wohl wenig auffallen und tarnt sich somit hervorragend. Woher genau die Namensgebung übrigens stammt, kann ich nicht belegen. Da dieser Turtle auch Dickkopfschildkröte genannt wird, jedoch objektiv betrachtet kein erheblich umfangreicheres Haupt aufweist, als seine Artgenossen, muss von einem entsprechenden Charakterzug ausgegangen werden 🙂

Die Unterarten

Unterschieden wird in Siebenrockiella crassicollis und die Siebenrockiella leytensis. Somit gibt es genau, kurz und prägnant, zwei zu unterscheidende Arten.

Der Lebensraum

Aus Südostasien stammt diese Gattung und die Population wurde sowohl durch Umwelteinflüsse, als auch durch die Ernährungsgewohnheiten der Landleute minimiert. Das Vorkommen der Siebenrockiella crassicollis beschränkt sich im Grunde aus kleinere Inseln um Südostasien: Burma, Laos, Thailand, Vietnam, Malaysia, Borneo sowie Sumatra. Oft werden sie in buddhistischen Tempelanlagen gehalten, gemeinsam mit anderen Arten. Allerdings ist die Art eigentlich lieber unter sich und gehört eher zum ruhigen Typ.

Verhaltensweisen

Eine richtige Winterstarre hält die Dickhalsschildkröte nicht, aber selbstverständlich fährt auch sie ihren Kreislauf auf ein Minimum herunter und ruht. Im Winter genügt also eine Reduzierung der Wassertemperatur auf Raumtemperatur. Die ruhigen Gemüter mögen übrigens gerne vom Festland herabhängende Pflanzen, an denen sie sich elegant nach oben hangeln können.

Ernährung

Ich habe mich mit verschiedenen Züchtern auseinandergesetzt und kam, was die Ernährung betrifft, auf folgendes, triviales Resultat: Rinderherz, Brekkies, ab und zu Fisch und zerriebene Eierschale. Hier werden – in sämtlichen Belangen – eure Meinungen sehr auseinandergehen. Auf genauere Erfahrungswerte wäre auch ich gespannt.

Fortpflanzung

Die Dickhalsschildkröte macht in diesem Sinne ja keinen echten Winterschlaf, aber ruht sich schon für 8 Wochen etwas aus, wenn Du die Terrariumstemperatur auf Raumtemperatur minimierst. Nach dem Erwachen geht es mit der Balz und Paarung sogleich los, idealerweise in den Morgenstunden. Beobachtungen zu Folge scheint die Libido der schwarzgepanzerten Schönheit ab Mittag zu schlafen. Die Balz beginnt damit, dass das Männchen sich zunächst vor das Weibchen stellt und eine Art Kaubewegung vollführt. Dies hat nicht zum Zweck, mit der Schönheit des Schnabels zu prahlen, sondern damit sendet das Männchen kleine Wellen aus und dieser Wasserstrom trifft alsbald den Kopf der Lady. Dann wird sich der Herr der Schöpfung aufbäumen, indem er seine Vorderbeine ausstreckt, um seinen Kopf über das Weibchen zu strecken. Die Kaubewegungen hören dabei nicht auf. Das Weibchen verhält sich in der Regel ganz still, sodass dann das Männchen um sie herum schwimmen kann und versucht, aufzureiten.

Gefährdung der Art

Die Gefährdung der Tiere ist eklatant, wie bereits im Eingangstext ausführlich erläutert. Von der IUCN (International Union for Conversation of Nature) wird die Dickhalsschildkröte ausdrücklich als gefährdete Art kategorisiert. In etwa 75% der Regionen, in denen sich der gepanzerte kleine Freund aktuell wohlfühlt, werden Klimaveränderungen stattfinden, das ist absehbar. Sie gilt als besonders geschützt und ist in den EU-Verordnungen auch gelistet.

Zucht

Die Dickhalsschildkröte wird häufig in der Gruppe gehalten, idealerweise unter ihresgleichen, da andere Arten diese passive Schildkröte schnell unterdrücken könnten. Zusammenhalten kannst Du sie das gesamte Jahr über, wohingegen man ja andere Arten doch eher trennt. Die Dickhalsschildkrötenmännchen sind auch untereinander verträglich. Die Balz und Paarung findet zumeist in den Morgenstunden nach dem zweimonatigen Dösen im Winter statt. Ob sich eine Eiablage ankündigt bemerkst Du daran, dass das Weibchen öfter als gewöhnlich den sandigen Landteil aufsucht, um sich hier unter der Lampe aufzuwärmen. Das ist sonst eher untypisch, da die Tiere das Wasser nahezu nie verlassen. Im Abstand von 4 bis 8 Wochen kann ein Weibchen je ein, maximal (das ist aber wirklich eine außerordentliche Ausnahme) 2 Eier legen, in der Zeit von Februar bis Oktober. Die Eier gräbt sie nur zur Hälfte ein, so es nicht ins Wasser fällt, solltest Du es also problemlos finden. Etwa zwischen 5 und 6 Zentimeter groß ist es normalerweise, was auch der Größe der frisch geschlüpften Schildkröten entspricht. Inkubieren solltest Du mit 99% Luftfeuchtigkeit

Haltung

Bei der Haltung im Terrarium solltest Du ein besonderes Augenmerk auf die herrschende Temperatur, ausreichend Festland und Selbstverständlichkeiten, wie Hygiene und frisches Futter achten. Da auch Wasser- und Sumpfschildkröten meldepflichtig sind und unter Artenschutz stehen, muss die Mindestgröße des Terrariums eingehalten werden, die sich oftmals stark unterscheidet, wenn man als Quellangabe Bücher verwendet. Die richtige Größenangabe findest Du im Tierschutzgesetz direkt, auf andere Angaben würde ich mich schlicht nicht verlassen.
Sehr praktisch ist es, wenn der Festlandanteil womöglich unterschwimmbar wäre. Dazu kannst Du den Festlandanteil ankleben, sodass er sozusagen schwebt. Der Wasserstand sollte etwa 25 Zentimeter betragen. Den Landteil solltest Du mit Sand füllen. Die Hälfte des Tages sollte eine (40 Watt) Leuchtstoffröhre leuchten und zusätzlich ein 40 Watt-Spotstrahler über dem Landteil installiert sein. Im Winter solltest Du dann für etwa 8 Wochen das Licht abstellen. Das simuliert dann den Winterzeitrhythmus, hier wird die Temperatur der Zimmertemperatur angepasst. Im Sommer sollten 25 bis 28 Grad Celsius herrschen, im Winter genügen 22 Grad.