Seychellen-Riesenschildkröte

Unter den Seychellen-Riesenschildkröten gibt es nur noch die heutige Aldabra-Riesenschildkröte. Sie vertritt die Gattung der Seychellen-Riesenschildkröten allein und ist somit Bestandteil dieser Informationen. Sie ist die einzige Riesenschildkröte weltweit deren Bestand im Moment nicht gefährdet ist. In der natürlichen Population sind ca. 100.000 Tiere vorhanden und in Gefangenschaft in Zoos und privater Haltung leben weitere ca. 5.000 Aldabra-Riesenschildkröten.

Erscheinungsbild und Merkmale

Die Aldabra-Riesenschildkröte fällt vor allem wegen ihres kleinen Kopfes unter anderen Riesenschildkröten sofort auf. Der Kopf unterscheidet sich vom Durchmesser des Hals nur sehr minimal und ist eigentlich kaum größer. Die Seychellen-Riesenschildkröte fällt auch wegen ihrer waagerechten „Nasenschlitze“ auf. Sie kann sogar durch die Nase trinken – was keine andere Riesenschildkröte kann. Der Kopf hat große Schuppen. Sie ist durch all diese markanten Merkmale sehr einfach von der Galapagos-Riesenschildkröte zu unterscheiden.

Geschlechtererkennung

Eine Aldabra-Riesenschildkröte kann von 100 cm bis zu 120 cm groß werden. Dies gilt jedoch nur für die männlichen Tiere. Die Weibchen bleiben mit etwa 85 bis 90 cm Panzerlänge deutlich kleiner. Die Weibchen haben einen eher hohen Panzer. Männchen kommen mit einem konkaven Bauchpanzer und einem eher flachen Rückenpanzer. Bis man Männchen von Weibchen gut unterscheiden kann vergehen jedoch mindestens 15 Jahre. Erst von 15 bis 30 Jahre setzt die Geschlechtsreife ein und erst dann sind alle Merkmale der Geschlechtserkennung auch ausgeprägt.

Ein weibliches Tier kann bis zu 160 Kilogramm auf die Waage bringen. Die männlichen Tiere sogar bis 250 Kilogramm. Mit diesen Maximalwerten sollte man aber nicht rechnen, da hier eine üppige Ernährung eine große Rolle spielt. Im Durchschnitt werden die Tiere 25 bis 50 kg schwer. Beide Geschlechter haben eine Lebenserwartung von über 100 Jahren. Die bekannteste Seychellen-Riesenschildkröte war „Adwaita“. Sie wurde geschätzte 256 Jahre alt und stammt aus dem mittleren 18. Jahrhundert.

Natürlicher Lebensraum

Finden kann man die Aldabra-Riesenschildkröte auf der Hauptinsel Aldabra-Atolls. Außerdem sind einige Tiere auch auf Grande Terre unterwegs und in weiteren Küstengebieten des Indischen Ozeans. Bevorzugt halten sich die Tiere in der Gras- und Buchlandschaft auf, wo die Vegetation eher niedrig gehalten ist. Dadurch kommen die Tiere sehr einfach an ihr Futter. Sie leben in Temperaturbereichen von 22 °C bis 31 °C und ernähren sich von sämtlichen Gräsern, Kräutern und Blüten die ihnen über den Weg laufen. Schnecken sind nicht auf dem Speiseplan der Tiere, dafür fressen sie aber manchmal Kot. Früchte sind äußerst beliebt bei den Tieren.

Haltung in Gefangenschaft

Die Aldabra-Riesenschildkröte – umgangssprachlich fast nur noch die Seychellen-Riesenschildkröte – wird immer wieder gerne in Gefangenschaft von privaten Haltern gehalten. Leider stellen die Leute erst später fest wie groß die Tiere werden – auch wenn man es ihnen vorher sagt. Die Faszination blendet meistens den Verstand. Die Tiere können von Tierparks etc. gut in Gefangenschaft gehalten werden. Als Privatperson sollte man sich das dreimal überlegen und danach ablehnen. Eine Haltung dieser Tiere kann nicht wirklich artgerecht stattfinden, dafür sind sie mit über einem Meter zu groß und werden in Gefangenschaft auf viel zu schwer. Wer es trotzdem macht, sollte sich vorher ein Jahr die Bedingungen im Habitat genau anschauen und es nach bestem Wissen und Gewissen nachstellen. Es ist davon abzuraten eine Seychellen- oder Galapagos-Riesenschildkröte in Gefangenschaft zu halten. Alternativen sind die Pantherschildkröte und die Spornschildkröte. Diese beiden können gut gehalten werden und sind ebenfalls Riesenschildkröten.