Fragen zum Kauf

Schildkröten als Haustiere

Schildkröten als Haustiere sind faszinierend, aber sie sind keine Haustiere wie man sie vielleicht für Kinder gerne hätte. Viel Zeit, viel Pflege und so wenig Kontakt wie möglich. So kann man eine Schildkröte als Haustier wohl am besten beschreiben. Schildkröten – egal ob Land- oder Wasserschildkröten – sind Tiere die man nur beobachten darf. Streicheln oder sogar herumtragen ist für die Tiere der pure Stress und kann im schlimmsten Fall zu Erkrankungen führen.

Die Ruhe pur

Wer Schildkröten besitzt wird zustimmen. Die Tiere strahlen eine unwahrscheinliche Ruhe aus. Man möchte sie am liebsten den ganzen Tag beobachten. Ihren eher tollpatschigen Lebensstil legen sie zum Glück nie ab und dadurch passiert täglich eine sehr amüsante Situation die den Vortag erneut übertrifft. Wenn sie Hindernisse überwinden, machen sie das oft auf den kuriosesten Wegen und mit den absurdesten Mitteln. Hin und wieder mag man meinen, sie würden sich sogar gegenseitig helfen und am liebsten zu dritt oder viert stapeln, um endlich die Grenzen des Freilandes zu überwinden. Doch kurz vorm „Sprung“ über die Barriere kommt er wieder, der böse Wackelkontakt der alles einstürzen lässt. 🙂

Der Fall auf den Rücken

In jeder Situation ihres Lebens sind die Tiere die pure Ruhe. Nur beim Sturz auf den Rücken, da werden sie ungeduldig und fangen hektisch das Zappeln an. Auch diese Situation muss man als Halter streng unter Kontrolle haben. Fällt eine Schildkröte auf den Rücken, sollte man sie nicht sofort umdrehen sondern erst beobachten und schauen ob sie es allein schafft. Je nachdem wie nah das Tier an der Wärmelampe liegt, muss man innerhalb von wenigen Minuten eingreifen, oder doch schon sofort. Denn Schildkröten sollte man auf keinen Fall lange auf dem Rücken liegen lassen. Besonders die jungen Tiere tun sich beim Drehen schwer.

Einzel- oder Gruppenhaltung

Schildkröten die in einer Gruppe leben sind die wesentlich aktiveren Tiere. In freier Natur sind Schildkröten allerdings eher Einzelgänger und treffen sich nur zur Paarung. In Gefangenschaft hat man bei Einzelhaltung schon starke Probleme mit dem Verhalten der Tiere festgestellt. Zum Beispiel das bekannte Aufreiten auf einen Turnschuh, statt auf ein Weibchen. Dies mag für naive Blicke amüsant sein, ist aber für das Tier alles andere als witzig. Man streitet sich zwischen Haltern und Züchtern stark über Einzel- oder Gruppenhaltung. Ich bin mir aber sicher, mit Gruppenhaltung die deutlich besseren Haltungsbedingungen zu haben. Die Tiere haben soziale Kontakte und es ist immer Leben im Freigehege.

Holt man sich eine Gruppe, muss die Anzahl der Weibchen aber den Männchen überwiegen. Man spricht von zwei Weibchen als Minimum für einen Kerl, aber besser sind drei Weibchen pro Männchen. Also steigt gleichzeitig auch die Verantwortung und die Arbeit die eine Schildkröte als Haustier macht ist auch nicht ohne. Besonders die großen, adulten Riesenschildkröten machen später richtig viel Arbeit. Dessen muss man sich vor der Anschaffung bewusst sein.

Generell gilt

Bevor man sich Schildkröten als Haustiere anschafft, kauft man sich Bücher und liest auch viel im Internet. Und man liest nicht über Schildkröten allgemein, sondern immer speziell über die Art und Gattung die man sich selbst auch ins Haus holen möchte. Außerdem gilt: Terrarienhaltung ist nicht artgerecht, jede Schildkröte braucht ein Freigehege im Garten. Ausnahmen sind hier die Ägyptischen Landschildkröten die sehr klein bleiben und durchaus in einem „großen“ Terrarium gut gehalten werden können.

über

Ich halte verschiedene Landschildkröten und pflege zwischenzeitlich auch Schildkröten anderer Halter über die Urlaubszeit. Meine Haltung beschränkt sich auf Griechische Landschildkröten und Pantherschildkröten. Auf schildkroete.net berichte ich darüber.

3 Kommentare

  1. Den Schildkröten kann man doch nicht 24 Stunden lang zuschauen, ob sie am Rücken liegen.

    • Das kann man wirklich nicht. Jedoch steht man als Halter in der Pflicht und Verantwortung, sein Gehege so aufzubauen das Stürze möglichst vermieden werden. Am Ende sollten nur die Tiere sich noch gegenseitig umkippen können, aber nicht mehr das Freigehege dafür verantwortlich sein. So oft kippen Tiere nicht auf den Rücken. 🙂

  2. Sehr hübsch geschrieben, gut gemacht 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.