Schildkrötenpflege

Schildkröten machen nach außen hin einen sehr robusten Eindruck. Im Inneren sitzt jedoch ein sehr weicher Kern. Schildkrötenpflege ist im Grunde nicht schwer, wenn man sich korrekt informiert und sich an die Grundlagen hält. Baden, Füttern, Tierarztbesuche und die richtige Temperatur im Freiland und Terrarium, sind so die wichtigsten Punkte in der Schildkrötenpflege.

Die richtigen Temperaturen

Je nach Art der Landschildkröte muss ein bestimmter Temperaturbereich im Terrarium und Freiland eingehalten werden. Hierfür gibt es maximale und minimale Tageswerte sowie entsprechende minimale Nachtwerte. Die Temperatur sollte bei allen Schildkröten in der Nacht deutlich sinken. Die Griechische Landschildkröte zum Beispiel ist am Tag bei 24 bis 30 Grad unterwegs und in der Nacht schläft sie bei Temperaturen um die 14 bis 18 Grad. Immer je nach Wetterlage und Monat. Im Terrarium sollte man diese Temperaturen ebenfalls simulieren.

Wärmelampen

Um auf die richtigen Temperaturen zu kommen, setzt man Wärmelampen ein. Davon gibt es aber im Handel bereits eine so große Auswahl, dass man nicht genau weiß womit man seine Schildkröten konfrontieren soll. Aus diesem Grund haben wir Wärmelampen aufgelistet, selbst bereits getestet und somit auch empfohlen, die in der Haltung von Schildkröten wirklich Sinn machen.

Schildkröten baden

Generell muss hier zuerst gesagt werden das Schildkröten nicht schwimmen können. Natürlich gilt dies nur für Landschildkröten. Einige Halter fragen sich das immer wieder und probieren es leider auch manchmal aus. Die Tiere können wirklich nicht schwimmen. Sie können eine kurze Zeit unter Wasser überleben und auch gut überstehen, aber nicht schwimmen. Beim Baden ist darauf zu achten.

Der Behälter in dem die Schildkröte gebadet wird, sollte so weit mit Wasser gefüllt werden, dass die Tiere die Wasseroberkante knapp über dem vorderen Ansatz des Bauchpanzers haben. Dadurch ist der Kopf noch deutlich höher und die Tiere sind nicht gezwungen ihn die ganze Zeit zu strecken. Am besten nimmt man einen typischen Deckel von einem Farbeimer. Der ist für kleine Schildkröten von der Fläche ausreichend, damit diese sich bewegen können, ist aber zeitgleich auch tief genug. Bei größeren Schildkröten muss man tiefere Behältnisse suchen. Landschildkröten badet man zwischen 10 bis 20 Minuten, nicht länger. Nach der Winterstarre wartet man eine Woche und dann wird meistens ein Bad von 20 Minuten genommen. Ein weiteres Bad kann man im Juni ansetzen falls die Tiere nicht selbst immer wieder baden gehen. Denn zur Schildkrötenpflege gehört es auch ständig eine Badestelle im Terrarium zu haben. Diese sollte nicht gleichzeitig die Trinkstelle sein. Wenn eine Schildkröte nicht mehr möchte, sollte man aufhören.

Täglicher Wasserwechsel

Alle Schildkröten brauchen täglich frisches Wasser. Egal ob im Freiland oder im Terrarium. Wenn Schildkröten kein frisches Wasser haben, verweigern sie gerne das Trinken und können krank werden. Da Schildkröten meistens im gleichen Wasser baden, aus dem sie auch trinken, ist der Wasserwechsel 1x pro Tag Pflicht und bei starker Verschmutzung muss man mehrfach wechseln.

Schildkröten richtig füttern

Bei den Schildkröten bleibt kein Terrarium und kein Freiland lange wirklich grün. Ausnahme besteht dann, wenn man wirklich viel Freiland hat und den Tieren auch immer gute Pflanzen bereitstellt. Die Tiere fressen fast den ganzen Tag und weil sie das tun, schaden sie sich damit auch schnell. Grünes – also frisches – Futter sollte den Tieren nur unbedingt dauerhaft angeboten werden. Wenn die Tiere sich die erreichbaren Löwenzahn-Pflanzen und andere Wildkräuter abgefressen haben, sollten die Tiere keinen Löwenzahn mehr vom Halter bekommen, sondern darauf warten das der andere nachwächst. In der Zeit können die Tiere getrocknete Wildkräuter und Heu bekommen. Ein zu schnelles Wachstum sorgt für instabile Knochen und einen nicht gut geformten Panzer. Die Tiere werden regelrecht fett und leiden dann unter Platzmangel im Körper, wodurch die Organe sehr gequetscht sind. Wenn Tiere erst an einer Leberverfettung etc. leiden, bekommt man sie nie wieder wirklich gesund. Und die Entwicklung des Panzers kann nachträglich nie wieder geändert werden.

Abwechslungsreich füttern

Schildkröten sind Gewohnheitstiere und zwar nicht nur bei ihrer Umgebung – denn sie sind sehr ortstreu – sondern auch beim Futter. Man muss Schildkröten einen abwechslungsreichen Speiseplan anbieten, damit sie sich nicht auf eine einseitige Ernährung einstellen. Sonst verweigern sie irgendwann bestimmtes Futter und können sogar erkranken.

Einmal im Jahr zum Tierarzt

Jede Schildkröte muss einmal im Jahr einen Tierarzt aufsuchen. Dort muss eine allgemeine Untersuchung stattfinden. Der Check auf Parasiten und die Kotprobe sind das A und O in jedem Jahr. Vorzugsweise macht man den Termin beim Tierarzt immer Ende August bis Anfang September. Das ist ausreichend Zeit für eine Behandlung wenn ein Tier erkrankt. Denn bald steht die Winterstarre an. Beim Tierarzt ist generell auf Vitaminspritzen zu verzichten. Auch wenn der Arzt dies gerne macht, bitte lehnt es ab. Medikamente die wirklich wichtig sind sollten natürlich nicht abgelehnt werden. Passt auch bei einer Entwurmung stark auf. Hier gab es schon Vergiftungen der schlimmsten Art. Auf keinen Fall die Dosis zu hoch, denn die Tiere vertragen es nur schwer.