Patagonische Landschildkröte

Die Patagonische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis) bezeichnet man in Deutschland oft auch schlicht als Argentinische Landschildkröte. Die Jungtiere sind schnell mal von unerfahrenen Leuten mit der fremden Spornschildkröte (Centrochelys sulcata) verwechelt. Sie sehen sich anfangs noch sehr ähnlich. Man rechnet ihr jedoch eine Verwandtschaft mit Galapagos Schildkröte zu. In Deutschland gibt es kaum Informationen über die Patagonische Landschildkröte und ihre Haltung ist hier eher selten. Die Nachzuchten in Deutschland kosten fast immer über 350 Euro. Dadurch entsteht kein sehr großer Markt, was die Tiere wiederum vor einem zu großen Handel schützt.

Erscheinungsbild

Der Rück- und Bauchpanzer der Tiere ist mit einer hellen Grundfarbe versehen. Gezeichnet werden die Schilde auf dem Rücken durch sehr dunkle Rahmen. Dadurch lassen sich später auch alle Wachstumsringe sehr gut erkennen. Die Schilde selbst, sind in den ersten Monaten noch tiefer als ihre Ränder und so wirkt der Rückenpanzer oft leicht mit „Dellen“ bestückt. Was kein Mangel an Nährstoffen darstellt sondern für diese Schildkröten normal ist. Die hellen Schilde haben ihrerseits dunkle Flecken. Am Bauch sind die Tiere sehr hell und haben wenige dunkle Streifen.

Die Patagonische Landschildkröte erreicht eine Größe von 20 bis 40 cm. Jedoch findet man meistens Tiere die nur etwa 25 bis 30 cm erreichen. Sie gehören dadurch zu den mittelgroßen Landschildkröten.

Lebensraum

Von Bolivien über Paraguay und Argentinien, bis nach Patagonien kann man auf diese Schildkröten treffen. Sie sind aber auch in der Natur nur selten zu finden, da ihre Lebensräume eher klein sind. Die besten Chancen hat man in Argentinien entlang der Colorado Flüsse. Sie leben in trockenen Buschlandschaften und Savannen. Die Gebiete haben sehr abwechslungsreiches Klima und große Schwankungen bei Temperaturen und Niederschlägen.

Haltung in Gefangenschaft

Wer sich eine Patagonische Landschildkröte kauft, sollte sich wirklich detailliert mit der Gattung auseinandersetzen. Die Literatur ist sehr schwierig zu finden und Erfahrungen kann man in Internetforen etc. in Deutschland nicht wirklich austauschen. Die besten Quellen hierfür findet man in spanischen Sprachräumen.

Die Tiere brauchen im Winter ein geräumiges Terrarium bzw. einen eigenen Raum, der auf hohe Temperaturen am Tag geheizt wird. Umgebungstemperatur sollte hier bei 28 °C bis 32 °C liegen. In der Nacht muss eine starke Absenkung auf 20 °C erfolgen, da die Nächte in der Natur ebenfalls sehr kühl werden. Der Boden sollte halbtrocken gehalten werden. Frühling, Sommer und anfänglichen Herbst erleben die Tiere im Freiland ähnlich den mediterranen Landschildkröten. Als Futter bietet man den Tieren im Winter Heu und wenige nachgezüchtete Wildkräuter als Beimischung an. Im Freiland ernähren sich die Tiere von Wildkräutern die dort wachsen bzw. zugefüttert werden.

Zucht / Nachzuchten

Diese Schildkröten werden in Deutschland kaum gezüchtet. Die meisten Tiere sind Importe. Wer die Tiere züchten möchte, muss sich sehr intensiv damit beschäftigen und womöglich aufgrund der schlecht erforschten Gattung, auch viele Fehlversuche hinnehmen. Die Inkubation dauert etwa 13 bis 15 Monate und über die Aufzucht von Schlüpflingen in den ersten vier Wochen ist leider nichts bekannt. Weibchen legen 2 bis 7 Eier in bis zu drei Gelegen pro Jahr.