Pantherschildkröte

Die Partnerschildkröte

Die Pantherschildkröte ist der viertgrößte Vertreter seiner Art auf der Welt. Die Landschildkröte ist sowohl in den sandigen, heißen Halbwüsten und Savannen, als auch in einigen feuchteren Gebieten des afrikanischen Kontinents beheimatet. Wildlebende, ausgewachsene Exemplare bringen es auf ein Gewicht von über 30 Kilogramm und eine Panzerlänge von über 50 Zentimetern. In Gefangenschaft können die Tiere bis zu 50 Kilogramm Gewicht erreichen. Die Pantherschildkröte wird in zwei Unterarten gegliedert.

Die Pantherschildkröte: Stigmochelys pardalis
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Beschreibung – Die äußeren Merkmale

Die ausgewachsene Pantherschildkröte besitzt einen länglichen, stark gewölbten Rückenpanzer. Er ist gelblich bis hellbraun gefärbt und überzogen mit unregelmäßigen dunklen Flecken oder Streifen. Diese charakteristische Färbung gab der Art ihren Namen. Im Gegensatz zu vielen anderen Landschildkröten verfügt die Pantherschildkröte nicht über einen Nackenschild. Beine und Kopf sind gelblich bis hellbraun gefärbt. Seltener treten einzelne dunkle Flecken an ihnen auf. Die Vorderbeine sind bedeckt mit großen Hornschuppen und an den Hinterbeinen befindet sich jeweils ein kegelförmiger Hornsporn. Ausgestattet mit kräftigen Krallen sind die Beine das ideale Grabwerkzeug.

Bei Jungtieren ist die Färbung des Panzers deutlich heller, mit dunklen Flecken im Schildzentrum. Auch am Bauchpanzer finden sich manchmal diese kontrastreichen Muster. Zur Unterscheidung der Geschlechter dient zum einen der Größenunterschied und zum anderen die Schwanzgröße. Männliche Tiere sind meist kleiner als ihre weiblichen Artgenossen und besitzen einen gestreckten Körper mit längerem Schwanz, der an der Wurzel auch deutlich dicker ist. Zudem ist der Bauchpanzer des Männchens leicht nach innen gewölbt. Die Krallen an den Hinterbeinen der Weibchen sind besonders kräftig.

Die Lebenserwartung der Reptilien liegt etwa bei 50 – 60 Jahren.

Die Unterarten

Pantherschildkröten werden in zwei Unterarten gegliedert, die ostafrikanische Pantherschildkröte und die südafrikanische Pantherschildkröte. Deutlichstes Unterscheidungsmerkmal beider Arten ist die Färbung des Rückenpanzers. Bei der ostafrikanischen Art ist die Grundfarbe schwächer ausgeprägt und dunkler. Jungtiere verfügen über sehr wenige oder gar keine dunklen Flecken, sowohl am Bauch- als auch am Rückenpanzer. Die südafrikanische Art hat einen flacheren Rücken und leuchtendere Farben.

Der Lebensraum

Nicht sehr anspruchsvoll ist die Pantherschildkröte in Bezug auf ihren Lebensraum. Ihre Verbreitung erstreckt sich über den gesamten ostafrikanischen Raum bis hinunter nach Südafrika und Namibia. Vorkommen finden sich in heißen Halbwüsten, trockenen Savannen und regenreichen Gebieten. Selbst in Höhen von über 2000 Metern über dem Meeresspiegel gibt es Populationen. Lediglich dichte Waldgebiete können aufgrund der Masse und Schwerfälligkeit der Reptilien nicht besiedelt werden. Tagestemperaturen von 28 – 40 Grad und Nachttemperaturen bis zu 21 Grad bilden die optimalen Lebensbedingungen für die Tiere.

Verhaltensweisen

Pantherschildkröten sind, wie alle Reptilien, wechselwarme Tiere. Sie haben keine konstante Körpertemperatur und passen sich der Umgebungstemperatur an. Die Verhaltensweisen werden durch diese Eigenschaft maßgeblich beeinflusst. Gemäß der entsprechenden Tagestemperaturen sind die Tiere gezwungen, schattenspendende Unterschlupfmöglichkeiten aufzusuchen. In trockenen Gegenden erfüllen Dorn- oder Grasbüsche diesen Zweck. Sonst suchen die Schildkröten auch verlassene Tierhöhlen oder Felsen auf. In bestimmten Abständen, insbesondere in Dürreperioden mit Nahrungsknappheit, legen sie von selbst längere Ruhepausen ein. Bis zu einigen Wochen können die Phasen sich hinziehen. Dann wird die Nahrungsaufnahme auf ein Minimum reduziert und die Körpertemperatur kann auf unter 18 Grad fallen.

Die Schildkröten sind keine Nomaden. Das einzelne Exemplar bewegt sich in einem Gebiet von gut 400 Hektar ohne dabei Reviere zu bilden. Durch ihre Schwerfälligkeit nutzen sie jedoch nur einen Bruchteil davon. Das Verhältnis von weiblichen und männlichen Tieren ist etwa gleich, wobei die Männchen häufig sehr viel kleinere Gebiete als die Weibchen nutzen. Pantherschildkröten sind friedliche Tiere. Revierkämpfe unter den Artgenossen gibt es nicht.

Ernährung

Die hervorragende Adaption an ihren Lebensraum ermöglicht der Pantherschildkröte, ihren Wasserhaushalt sehr sparsam zu verwalten. Die benötigten Mengen nimmt sie in der Regel mit der Nahrung auf und sie verfügt über regulatorische Körperfunktionen, die es ihr erlauben, größere Wassermengen im Körper zu speichern. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Pflanzen. Gras, Disteln, Liliengewächse und der Feigenkaktus werden bevorzugt.

Fortpflanzung

Pantherschildkröten leben in unterschiedlichen Klimazonen. Das Paarungsverhalten ist an die jeweiligen klimatischen Bedingungen angepasst, findet aber meistens in den Frühjahrs- oder Sommermonaten statt. Die ansonsten friedfertigen Männchen versuchen nun, ihre um die Gunst der Weibchen buhlenden Artgenossen zu vertreiben. Dazu rammen sie die Panzer der Kontrahenten. Mit dem gleichen Ritual werden die weiblichen Schildkröten aufgefordert, stehen zu bleiben und Kopf und Beine einzuziehen. Im Anschluss wird die Paarung vollzogen. Die ausgestoßenen lauten Keuchlaute sind charakteristisch für das Paarungsritual bei vielen Landschildkrötenarten.

Die Reptilien betreiben keine Brutpflege. Die Weibchen heben mit den Hinterbeinen eine Grube aus, in welche die Eier abgelegt werden. Die Anzahl pro Gelege variiert stark und liegt meist zwischen 10 und 20 Eiern. Im Abstand von im Schnitt etwa 25 Tagen werden auf diese Weise drei bis sechs Gelege pro Jahr gelegt. Nach erfolgter Ablage wird die Grube sorgfältig verschlossen. Die Dauer von der Eiablage bis zum Ausschlüpfen der Jungtiere wird von vielen Faktoren beeinflusst. Temperatur und Feuchtigkeit haben auf die Länge der Inkubationszeit Einfluss, die 120 bis 450 Tage andauern kann. Die jungen Schildkröten sind etwa fünf Zentimeter groß und besitzen einen halbkugelförmigen Rückenpanzer.

Gefährdung der Art

Ausgewachsene Pantherschildkröten besitzen in ihrem Lebensraum nur wenige natürliche Feinde. Neben Hyäne und Löwe ist der Mensch der größte von ihnen. Mit seinen regulatorischen Eingriffen in die Umwelt bedroht er in manchen Gegenden den Lebensraum der Reptilien. Überweidung, Brandrodung, Zersiedlung und das Einzäunen von Weideflächen sind die Hauptursachen für Rückgänge in der Population. In einigen Regionen wird das Fleisch der Schildkröten verzehrt und Körperteile zur Produktion von Heilmitteln verwendet. Für den internationalen Heimtiermarkt werden jährlich tausende Tiere eingesammelt und in alle Welt verschickt. Auch Schwarzhändler haben diesen Markt entdeckt und versuchen über dunkle Kanäle, ihre Ware zu verkaufen. Die Zollbehörden beschlagnahmen jedes Jahr große Mengen an geschmuggelten Pantherschildkröten.

Der stärksten Bedrohung sind jedoch die Gelege und die Jungtiere ausgesetzt. Häufig werden die Nester von Kleinsäugetieren, Vögeln, Schlangen oder auch dem Menschen geplündert. Auch sehen sich Jungtiere ständig mit Gefahren durch streunende Hunde und Katzen, Raubvögel, Schlangen oder Ratten konfrontiert. Die Pantherschildkröte gilt nicht als gefährdet in ihrer Art und darf in Deutschland ohne vorherige Genehmigung erworben werden. Nach der europäischen Artenschutzverordnung ist der Erwerb den entsprechenden Behörden jedoch anzuzeigen. Die gleichen Bestimmungen der behördlichen Anzeigepflicht gelten für die Nachzucht, die Abgabe, den Tod und den Ortswechsel der Tiere.

Zucht

Die Zucht kann nach erfolgter Geschlechtsreife der Tiere beginnen, die bei etwa 20 – 25 Zentimeter Panzerlänge eintritt. Die Paarung beginnt meist im Frühjahr mit dem schon beschriebenen Verhalten. Nach einer Tragezeit von mehreren Monaten vergraben die Weibchen im Spätsommer ihre Eier an einer feuchwarmen Stelle im Boden. Stress, wie etwa ein Umsetzen, sollte für tragende Weibchen unter allen Umständen vermieden werden. Nach erfolgter Ablage können die Eier vorsichtig dem Boden entnommen werden. Bis zur Hälfte in lockeren Sand eingegraben, kommen sie nun in den Brutkasten. Die Temperatur sollte hier konstant um die 30 Grad betragen und die Luftfeuchtigkeit 65 Prozent nicht unterschreiten. Nach 150 bis 300 Tagen schlüpfen die ersten Jungtiere. Diese brauchen in den ersten Wochen auch kühlere und feuchtere Zonen als erwachsene Tiere.

Bei der Anschaffung einer Pantherschildkröte sollte aus gesundheitlichen Aspekten die Auswahl eines oder mehrerer Exemplare aus einer Nachzucht erfolgen. Auf Wildfängen befinden sich oft Parasiten und die Tiere sind wegen des Stresses auf der langen Reise sehr anfällig für Krankheiten. Deformierung und Aufweichen des Panzers, Erkrankung innerer Organe sowie Atemwegsinfektionen sind die häufigsten von ihnen.

Die Haltung von Pantherschildkröten ist recht kostenintensiv. Heizung, Futter und diverse Apparaturen zur Erzeugung eines artgerechten Raumklimas zu jeder Jahreszeit sowie der große Platzbedarf der Tiere stellen an den Besitzer hohe Anforderungen. Dennoch gehört diese Art zu den schönsten und imposantesten Vertretern der Landschildkröten und der Liebhaber dieser Tiere wird täglich durch den erhabenen Anblick entschädigt.

Titelbild: Kelsey Green, shutterstock.com