Angst vor der Winterstarre?

  • In den letzten Tagen kommt das Thema der Winterstarre vermehrt ins Gespräch. Zwar wird es jetzt erst richtig Sommer und die Temperaturen steigen in Bereiche jenseits der 30 °C, aber im Hinterkopf kreisen die Gedanken an die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März. Jene Monate, in denen die meisten Schildkröten ihre Winterstarre halten. In drei Monaten (Anfang November) sind manche Tiere bereits in der Starre. Das ist davon abhängig ob man sie in der Natur in die Starre führt oder künstlich vorbereitet.


    Und da möchte ich zum Thema kommen. Viele Halter haben Angst vor der Winterstarre. Selbst Halter die bereits über mehrere Jahre ihre Schildkröte besitzen, haben Angst davor die Tiere in die Winterstarre zu lassen. Die Winterstarre ist für die Gesundheit der Tiere sehr wichtig. Wer es seinem Tier verwehrt, schadet unter Umständen dem Tier.


    Die meisten Landschildkröten halten eine Winterstarre und das hat mehrere Gründe. In den zwei bis vier Monaten der Winterstarre fahren alle Systeme bei der Schildkröte auf ein Minimum herab. Es findet keine Verbrennung mehr statt und kein Wachstum. Die Tiere liegen sozusagen in ihrem Nest (Kiste, Grube etc.) und warten darauf das es in der Natur wieder warm wird und durch die eintretenden Temperatursteigerungen die Systeme wieder hochgefahren werden. Da es wechselwarme Tiere sind, können sie es nicht selbst entscheiden. Die Tiere sind abhängig von der Natur bzw. den Einflüssen die man ihnen künstlich vermittelt.


    Länger leben und fit sein


    Schildkröten die Winterstarre gehalten haben sind i.d.R. die gesamte Saison über sehr fit und agil. Sie sind nicht so anfällig für Parasiten und Krankheiten, da der Körper ordentlich gestärkt ist. Schildkröten die ihre Winterstarre bekommen haben auch wesentlich längere Lebenserwartungen. Viele Griechische Landschildkröten beispielsweise, sind 70 Jahre und viel älter und haben immer Winterstarre gehalten. Andere Tiere der gleichen Art haben keine gehalten und sind manchmal schon nach 40 Jahren verstorben. Die Tiere wachsen im Winter ohne Starre weiter – was absolut gegen den natürlichen Verlauf ist – und sind meist ab Mai dann eher müde und schwach. Keine Winterstarre ist ein schlechter Rat, auch wenn man ängstlich ist. Und Schildkröten starren ab dem ersten Winter!


    Die Ängste & Vorsorge


    Im Prinzip herrscht nur eine Angst in den Köpfen vieler Halter: die Angst das die Tiere nicht mehr aufwachen. Diese Angst sollte aber nicht vor der Starre abschrecken sondern eher die Vorsicht fördern. Wer seine Tiere lebendig haben möchte, sollte die Starre erlauben.


    Vorsorglich sollte man im August / September eine Kotprobe vom Tier ins Labor schicken und auf Parasiten checken lassen. Sind keine Parasiten vorhanden, super. Wenn welche gefunden werden erfolgt eine Behandlung. Zur Winterstarre sollten die Tiere fit sein. Vor der Winterstarre darf das Tier einige Zeit nicht mehr fressen damit der Darm sich leert. In die Starre geht es nur mit leerem Darm da sonst Vergiftungen drohen.


    Hält man sich daran, braucht man die Tiere eigentlich nur noch abkühlen, in die Winterstarre führen und im nächsten Jahr wieder vorsichtig aufwärmen und fit für eine weitere Saison erleben.


    In freier Natur haben die Tiere gar keine Entscheidungsfreiheit. Sobald es kalt wird setzt die Winterstarre ein. Da oft schon viele Tage vorher kaltes Wetter dominiert, fressen de Tiere in der Natur deutlich weniger und dann gar nicht mehr. Sie suchen sich passende Stellen und vergraben sich, damit sie vor Frost geschützt sind. Wenn die Sonne im Frühling wieder scheint, kommen die Tiere langsam aus der Winterstarre. Natürlich überleben viele Tiere dabei das erste Jahr nicht oder auch ältere Tiere verenden mal in der Winterstarre, aber das Risiko hat man immer. Verhindert man die Winterstarre ruft man zwangsläufig aber das Ableben der Tiere herbei und man hält die Tiere nicht artgerecht.


    Darüber muss man sich bewusst sein.


    Wenn du Fragen zur Winterstarre hast, dann nutze das Forum und stell deine Fragen. Jeder bekommt Unterstützung und dies führt dazu, dass jede Schildkröte artgerecht leben kann.


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