Ameisen im Frühbeet der Schildkröten

Halter von Schildkröten haben oft Angst vor Ameisen, die sich in Frühbeeten und Schutzhäusern tummeln. Die Ameisen suchen selbst nach Wärme, entfliehen den kalten und oft nassen Außenbereichen und flüchten dabei nicht nur unter Steine im Freigehege, sondern auch mitten ins Frühbeet. Schildkröten und Ameisen können auf einem gewissen Niveau sehr gut miteinander leben. Panik ist gegenüber den Ameisen also nicht notwendig.

Wann sind Ameisen gefährlich?

Schildkröten sind nicht direkt von Ameisen gefährdet, wenn die Tiere bereits ein Gewicht von 100 Gramm überschritten haben. Die Tiere sind dann bereits größer und haben es auch leichter, sich Ameisen von empfindlichen Stellen (Augen, Nase…) selbst weg zu wischen. Die kleinen Bisse der Ameisen gefährden die Schildkröte gesundheitlich nicht mehr so schnell. Das Tier kann sich der Gefahrensituation gut selbstständig entziehen.

Kleine Schildkröten die gerade geschlüpft sind oder noch sehr, sehr jung sind, können durch Ameisen ernsthaft gefährdet sein. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Schildkröten verschiedenster Halter verstorben in Frühbeeten aufgefunden. Ameisen hatten die Tiere – zum Teil bis 30 Gramm Gewicht – zerbissen und der Anblick war oft erschreckend, da die Ameisen sich bereits durch Nase und Augen ihre Wege bauten. So junge Tiere sind in ernsthafter Gefahr wenn man Ameisennester im Frühbeet hat.

Egal wie alt eine Schildkröte bereits ist, Nester von Ameisen sollte man immer aus dem Frühbeet und Schutzhaus entfernen. Vereinzelte Ameisen sind keine Gefahr und machen auch keine Probleme.

Ameisen aus dem Frühbeet vertreiben

Ameisenfallen: Generell lassen sich Ameisen nur schwer vertreiben. Ohne das man Schildkröten hält, könnte man bequem eine Ameisenfalle aus dem Supermarkt aufstellen. Leider muss man im Umfeld von Schildkröten darauf verzichten, da nicht eindeutig geklärt ist wie die Fallen gesundheitlich auf die Schildkröten wirken. Daran verstorbene Ameisen könnten im Frühbeet liegen bleiben und von den Tieren gefressen werden. Die Auswirkungen von Ameisenfallen auf Schildkröten sind unbekannt. Es ist vom Einsatz dieser Mittel abzusehen.

Backpulver: Nun, Backpulver funktioniert gegen Ameisen tatsächlich sehr gut. Jedoch ist hier ebenfalls Vorsicht geboten. Setzt man Backpulver gegen Ameisen ein, müssen alle Reste des Pulvers entfernt werden bevor die Schildkröten ihr Frühbeet oder Schutzhaus wieder betreten. Die Tiere sollten kein Backpulver fressen, da es in ihren kleinen Mägen sehr schwer liegt und aufgehen kann.

Heißes Wasser: Schildkröten aus dem Frühbeet raus und dann mehrere Töpfe voll mit kochendem Wasser über die Ameisennester und deren Gänge schütten. Ameisen sind sehr tief in der Erde und somit reicht ein Topf Wasser nicht aus. Man sollte Geduld haben und viele Liter mit kochendem Wasser langsam aber gezielt reingießen. Die Ameisen werden dadurch verkocht und sterben. Für die Schildkröten bleiben keine schädlichen Rückstände. Man kann die Ameisen mit der Schaufel ausbuddeln und wegbringen.

Fazit

Auf Dauer kommen die Ameisen zurück. Wenn das Frühbeet ein spannender Ort ist, wird es darin immer wieder Ameisen geben. Man kann versuchen die Tiere an einen anderen Ort zu locken. Durch das ablegen von Steinplatten an ausgewählten Orten, schafft man gezielt interessante Ameisenplätze. Die Tiere nisten sich gerne unter Steinen ein. Dadurch könnte man Nester im Frühbeet vermeiden bzw. das Aufkommen reduzieren. Bestehender Nester im Frühbeet aber einfach umsiedeln ist mehr Arbeit, als einen Abend lang mit kochendem Wasser dagegen anzukämpfen.

Copyright Ameisenbild: © tonyoquias - photodune

3 Antworten zu Ameisen im Frühbeet der Schildkröten

  1. Sylvia 5. Juni 2012 at 05:59

    Hallo,
    habe gerade dieses Problem in meinem Frühbeet und meine Schildkröten sind noch sehr klein. Daher bin ich derzeit im strategischen Feldzug gegen die Ameisen und muss meine Schildis jeden Abend ins Terrarium holen. Das nervt! Wir haben die Wassermethode schon versucht, aber es funktioniert nicht wirklich. Vor allem im Schlafhaus, welches zusätzlich im Frühbeet steht, haben sich die kleinen Biester angesiedelt und kommen auch immer wieder. Inzwischen haben wir Lavendel gepflanzt, wässern die Biester jeden zweiten Tag und heute wollen wir noch Kupferdraht um den Bau herum in die Erde einbringen. Demnächst bekommen wir den Samen von Zistrosen, die ebenfalls gegen Ameisen helfen sollen. So langsam bin ich am verzweifeln, denn ich will nicht riskieren, dass die Schildis an den Augen verletzt werden oder gar ihr Leben lassen. Also muss ich ihnen derzeit die artgerechte Übernachtung im abkühlenden Frühbeet verweigern und sie jede Nacht reinholen. Nicht das wahre und soll ja auch kein Dauerzustand werden.

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  2. Conni 15. Juli 2012 at 20:33

    Hallo Sylvia,
    ich kann das Problem sehr gut nachvollziehen. Ich kämpfe auch gerade dagegen an, auch meine Schildie`s kommen nacht`s in`s Terrarium.
    Ich habe Zimt ausprobiert, das hat die Ameisen aber überhaupt nicht gestört.
    Vor ein paar Tagen habe ich 4 über Nacht entstandene Ameisennester mit wahnsinnig vielen Eiern aus dem
    Frühbeet geholt. Jetzt habe ich kochendes Wasser über die Ameisenbauten geschüttet, Lavendel auch schon gepflanzt….würde mich interessieren, ob Kupferdraht und Zistrose geholfen haben.

    Gruß, Conni

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  3. Soeren 30. Juli 2012 at 09:26

    In einigen Zuschriften unserer Leser, wurde zur Abwehr und Vertreibung von Ameisen auf Ultraschall hingewiesen. Mit verschiedenen Ultraschallgeräten (kosten bis etwa 35 Euro) soll man die Ameisen sehr schnell aus dem Bereich der Freigehege und Frühbeete vertreiben können. Bisher sind mir keine Rückfälle bekannt. Solche Ultraschallgeräte soll es auf Amazon geben. Den Schildkröten scheint das keine Probleme zu bereiten. Sie verhalten sich ganz normal.

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